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Was ist ein Sakrament?

Um verstehen zu können, was ein Sakrament ist, sind einige grundlegende Kenntnisse über das Geheimnis der Erlösung vorausgesetzt.

Die Art und Weise, wie Gott sich der Menschen erbarmt und sie erlöst, hat er selbst bestimmt: Er ist Mensch geworden aus der Jungfrau Maria, er hat gelitten, er ist für uns gestorben und er ist auferstanden, weil er selbst es so wollte.

Seine menschliche Natur diente Jesu, wie die Theologen sagen, als Werkzeug für unser Heil [instrumentum salutis]. Mit seinen Händen hat Jesus die Menschen angerührt, und auch das Volk suchte ihn anzurühren, „denn es ging eine Kraft von ihm aus“ (Lk 6, 19). Man könnte viele Episoden aus dem Evangelium anführen, die dies belegen. Einige Stellen seien zur persönlichen Betrachtung empfohlen: Mt 9, 20; 9, 27; Mk 1, 40; 6, 56; 7, 32; Lk 7, 12; 22, 5.

In diesem Sinne ist die heilige Menschheit Jesu das eigentliche und ursprüngliche Sakrament.

Was Jesus, auf Erden wandelnd, begonnen hat, setzt er auch nach seiner Himmelfahrt fort. Er hat den Aposteln seine bleibende Gegenwart versprochen und zu ihnen gesagt: „Seht, ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.“ (Mt 28, 20)

Um dies zu verwirklichen, hat er sich einen neuen, geheimnisvollen Leib geschaffen, nämlich das Corpus Christi Mysticum, das ist die Kirche. Das Geheimnis der Kirche erschließt sich also nur von Christus her. Und so betrachtet ist es klar, dass auch die Kirche selbst in gewissem Sinne Sakrament ist [vgl. KKK 774].

Wer bisher folgen konnte, wird auch den letzten Schritt von Christus über die Kirche zu den eigentlichen sieben Sakramenten leicht mitvollziehen, denn diese sind der konkrete Ort, an dem wir Christus begegnen, das neue Werkzeug [instrumentum salutis], durch das er uns seine Heilsgnade schenkt, denn: „In den Sakramenten fährt Christus fort, uns zu ‚berühren‘, um uns zu heilen.“ (KKK 1504)

So kann man leicht verstehen, warum katholisch Leben bedeutet, aus der Kraft der Sakramente zu leben und in ihnen immer wieder die Begegnung mit Christus zu suchen, vor allem in der hl. Beichte und in der hl. Eucharistie.

Außer den sieben Sakramenten gibt es noch die Sakramentalien. Diese sind nur aus der Logik der Sakramente heraus zu verstehen, und wenn man weiß, dass Jesus seiner Kirche die Schlüsselgewalt verliehen hat, auf Erden in seinem Namen zu binden und zu lösen [vgl. Mt 16, 19].

Auch die Sakramentalien sind heilswirksame Zeichen, durch die Gott uns Gnade schenkt. Der Unterschied besteht darin, dass die Sakramente von Jesus eingesetzt wurden, die Sakramentalien aber von der Kirche, und zwar kraft jener Schlüsselgewalt, von der soeben die Rede war.

So viel zum Abschluss: Sakramentalien werden von der Kirche eingesetzt, nach der Ordnung der Kirche verwaltet, und man soll sie stets im Sinne der Kirche gebrauchen!