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Hörbuch: Naomi von J. B. Webb

Cover-Text:

Als die römischen Truppen unter Titus mit der Belagerung Jerusalems beginnen, weiß die 15-jährige Naomi, dass der Untergang der Stadt bevorsteht. So hat es Jesus von Nazareth, ihr Heiland und Erlöser, vorausgesagt. Gern würde sie mit ihren Glaubensbrüdern die Stadt verlassen, doch sie will ihre Eltern nicht im Stich lassen. Und ihr Vater, der fromme Priester Zadok, glaubt noch immer fest daran, dass in der schlimmsten Drangsal der Messias erscheinen und sein Volk von den Römern befreien wird. Werden ihre Eltern zum wahren Messias finden?
Cover_Naomi Historischer Roman, angesiedelt in der Zeit des Niedergangs Jerusalems (ca. 68 bis 70 n.Chr.)
Im Mittelpunkt steht eine tiefgläubige jüdische Familie. Der Priester Zadok und seine Frau Salome mit ihren Kindern Naomi und Javan. Sie sind befreundet mit der Familie des Rufus, der als römischer Hauptmann bis vor zwei Jahren ein Kommando in Jerusalem innehatte. Er und Zadok schätzen sich trotz unterschiedlicher Religion sehr. Claudia, Rufus‘ Tochter, und Naomi sind beste Freundinnen.
Naomi ist zudem Claudias Bruder Marcellus zugetan. Claudias Mutter ist gestorben und ihr Bruder (Marcellus zur militärischen Ausbildung) und Vater wurden nach Rom zurückberufen. Claudia darf im Hause Zadoks leben, in dem sie wie eine Schwester von Naomi aufgenommen wird.
Dem Bruder Naomis, Javan, missfällt die Beziehung seiner Familie zu den heidnischen Römern.
Also eine religiös äusserst spannungsgeladene Ausgangslage – Konflikte vorprogrammiert.

Die beiden 15-jährigen Mädchen lernen auf ihren Streifzügen die alte Maria von Bethanien kennen und erfahren von ihr, der erwartete Messias sei längst gekommen. Die im strengen Judentum aufgewachsene Naomi hat bislang nur mit Verachtung über diesen Nazarener reden gehört. Die Berichte Marias vermögen beide Mädchen so in ihren Bann zu ziehen, dass sie oft – von Zodak unbemerkt – nach Bethanien spazieren, um von Maria unterwiesen zu werden.
Dort treffen sie eines Tage den Bruder Zadoks, Onkel Amasia mit seiner Frau Judith und ihrem Sohn Theophilius. Auch sie bekennen sich zu Jesus und im Verlauf der Glaubenstreffen fasst Claudia echte Zuneigung zu Theophilus.
Sie alle wissen, dass für Jerusalem und den Tempel die Tage gezählt sind, und sie planen die Auswanderung nach Ephesus. Nur Naomi will aus Dankbarkeit bei ihren Eltern bleiben, denn ihr Zuhause ist voll Geborgenheit und Freude. Der Vater ist zwar masslos enttäuscht, als ihm seine über alles geliebte Naomi ihren „Irrglauben“ gesteht, doch er sieht mit heimlicher Bewunderung ihre Festigkeit darin. Ihre Mutter Salome erlebt mit Staunen die Wandlung Naomis von Stolz zu Demut, Heftigkeit zu Sanftmut und Selbstgerechtigkeit zu selbstloser Liebe zu den Mitmenschen.

Die Situation spitzt sich zu. Die Zeloten bereiten einen bewaffneten Aufstand gegen die römischen Besatzer vor, bekämpfen sich jedoch schon in den eigenen Reihen.
Javan bekommt Wind von Naomis Glauben an Jesus und von der geplanten Flucht seines Onkels Amasia samt Familie. Dass auch sein Cousin Theophilus sich zum selben Erlöser bekennt, erzürnt ihn ganz besonders. Er plant einen Überfall der kleinen Glaubensgemeinschaft im Hause Marias von Bethanien.
So kommt es, dass er mit seiner Truppe in Marias Haus eindringt, als diese - umringt von ihren liebsten Glaubensbrüdern und -schwestern - im Sterben liegt. Sie nimmt segnend Abschied von ihnen und ihre letzten Worte gelten den Eindringlingen: Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun. Der vermummte Javan stürzt sich auf Theophilus. Er wird überwältigt und vor den Richter gebracht. Niemals würde er seinen Heiland verleugnen. Theophilus bekennt sich vor dem Gericht frei zu seinem Retter und wird zum Tode verurteilt.
Judith und Amasius weinen bitterlich über das Schicksal ihres Sohnes. Doch sie erwarten nicht von den Menschen, sondern von Gott Hilfe und wollen Mühsal und Schmerz demütig ertragen in Seiner Vorsehung.
Claudia zweifelt, ob das die wahre Religion sein kann, die das Opfer eines jungen edlen Mannes fordert. Sie lässt sich versuchen… ihre eigene Regung wird ihr wichtiger als der Wille Gottes. Sie stellt ihr irdisches Glück über das Seelenheil ihres Geliebten und will ihn zum Abfall bewegen. Kann die im Glauben stärkere Naomi ihr helfen?

Als die Römer (auch Marcellus ist einer von ihnen) die Stadttore mit Fackeln in Brand stecken, greift lähmender Schrecken um sich, nie hätten die Juden für möglich gehalten, dass Gott nicht beschützend eingreifen würde bei der Einnahme des Tempels, ihrem Heiligtum.

Naomi verlässt die Stadt pflichtgetreu erst nach dem Tod ihrer Eltern. Ihr Vater musste noch am Sterbebett seiner Frau deren Bekehrung verkraften. Er selbst starb im Tempel an der Seite des Altars mit einem Ausdruck voll Ruhe und Erhabenheit im Gesicht, der ihn schon zu Lebzeiten kennzeichnete.
Aber was ist mit Claudia?
Und wird Naomi ihren Marcellus wiedersehen?
Soviel sei verraten: Es gibt ein Wiedersehen – tot oder lebendig.

Dieses Hörbuch versetzt einem ins alte Jerusalem. War man bereits in der Heiligen Stadt, sieht man die Szenen plastisch vor sich, kennt man sie nicht, besteht eine nicht geringe Chance, dass man sie konkret kennenlernen will…

Naomi J. B. Webb
2 CDs (ca. 140 Minuten), gelesen von Annette Gunkel 2013, Verlag Petra Kehl
ISBN 978-3-930883-59-2