<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><channel><title>Personalpfarrei Hl. Maximilian Kolbe — Aktuelles</title><description>Beiträge, Pfarrbriefe und geistliche Impulse der Personalpfarrei Hl. Maximilian Kolbe, Zürich.</description><link>https://personalpfarrei.ch/</link><language>de-CH</language><item><title>Orientierungshilfe zur Organspende</title><link>https://personalpfarrei.ch/aktuelles/organspende/</link><guid isPermaLink="true">https://personalpfarrei.ch/aktuelles/organspende/</guid><description>Fremdes Leid zu lindern ist löblich – doch bei der Spende lebenswichtiger Organe stellen sich ernste Fragen. Gedanken zur Hirntoddefinition, zum fünften Gebot und zur Heiligkeit des Sterbens.</description><pubDate>Tue, 27 Oct 2026 00:00:00 GMT</pubDate><content:encoded>&lt;p&gt;&lt;img src=&quot;https://personalpfarrei.ch/_astro/hero.C_XjI16i_1foORF.webp&quot; alt=&quot;Der sterbende hl. Josef auf seinem Lager, Christus und Maria stehen ihm bei – Gemälde eines unbekannten italienischen Meisters&quot; /&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;em&gt;Hirntod, Sterben und das fünfte Gebot&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class=&quot;lede&quot;&gt;Auf den ersten Blick mag es so erscheinen, als könne man eine Organspende nur positiv beurteilen, zumal die Absicht, fremdes Leid zu lindern, ja löblich ist. Bei näherer Betrachtung stellen sich jedoch viele ernste Fragen.&lt;/p&gt;
&lt;p class=&quot;dropcap&quot;&gt;Befürworter der Organspende gehen davon aus, dass eine Person tot ist und ihre Organe deshalb anderen Menschen helfen können, länger oder besser zu leben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zunächst ist zu unterscheiden zwischen Organen, ohne die ein Mensch nicht leben kann, und solchen, die notfalls entbehrlich sind. Die Nieren sind beispielsweise paarig angelegt; ein Mensch kann mit einer Niere leben. Auch Blut bildet sich neu, weshalb eine Blutspende grundsätzlich unproblematisch ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Normalerweise besteht die moralische Verpflichtung, den eigenen Leib unversehrt zu bewahren. Wer sich leichtsinnig in Lebensgefahr begibt, vorsätzlich seiner Gesundheit schadet oder sich selbst verstümmelt, kann sich schwer versündigen. Gibt es jedoch einen schwerwiegenden Grund, darf man sein Leben oder seine Gesundheit einsetzen. Das tut etwa ein Feuerwehrmann, der unter Lebensgefahr einen Menschen aus den Flammen rettet, oder eine Mutter, die aus Liebe ihrer Tochter eine Niere spendet, um ihr das Weiterleben zu ermöglichen. Niemals aber ist es erlaubt, vorsätzlich Böses zu tun, und ein noch so guter Zweck heiligt kein schlechtes Mittel.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ich darf aus hinreichendem Grund mein Leben wagen. Niemals aber darf ich vorsätzlich mich selbst oder einen anderen töten. Eine Operation zur Rettung einer Mutter, bei der möglicherweise ein Kind stirbt, kann unter Umständen erlaubt sein. Niemals aber ist es erlaubt, ein Kind zu töten, um die Mutter zu retten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im Folgenden geht es um Organe, ohne die ein Mensch nicht leben kann, etwa das Herz.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Bei der Organspende besteht ein unlösbares Dilemma: Wer ein Organ spendet, möchte nämlich so tot wie möglich sein, während ein anderer dieses Organ so lebendig wie möglich empfangen will.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Damit stellt sich unweigerlich die Frage nach der sogenannten Hirntoddefinition. Diese neue Todesdefinition wurde „1968 im Zusammenhang mit der sich entwickelnden Intensiv- und Transplantationsmedizin“ (Wikipedia) eingeführt. Das Bedürfnis, den Tod neu zu definieren, war darin begründet, dass die Organe von nach herkömmlichen Kriterien Toten zur Transplantation nicht brauchbar waren. Folglich musste man Menschen für tot erklären, die bisher als noch lebend galten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Rechtfertigung der 68er-Todesdefinition beruht jedoch auf einem verhängnisvollen Denkfehler. Das Sterben gehört nämlich zum Leben. Solange ein Mensch stirbt, lebt er noch. Erst der Abschluss des Sterbeprozesses ist der Tod. Freilich erreicht dieser Prozess des Absterbens einen Punkt, an dem er unumkehrbar (irreversibel) wird. Die Hirntoddefinition beansprucht, diesen Moment der Unumkehrbarkeit zu bestimmen, und erklärt ihn amtlich zum Tod.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dahinter steht die Tatsache, dass das menschliche Gehirn als zentrales Koordinationsorgan lebenswichtige Aufgaben erfüllt. Sobald aber ein lebenswichtiges Organ wie das Hirn ausfällt, kommt es zu einer Art Kettenreaktion, und in der Folge versagt ein Organ nach dem anderen. In einen solchen Ausfallprozess vermag die moderne Medizin einzugreifen. So ist es beispielsweise möglich, dass vorübergehend Maschinen die Funktion des Herzens oder der Lunge übernehmen. Auf diese Weise werden komplizierte und oft lebensrettende Operationen möglich.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zugleich empfinden manche einen Schrecken vor der modernen Gerätemedizin. Wer heute eine sogenannte ‚Patientenverfügung‘ verfasst, ist in der Regel darauf bedacht, durch intensivmedizinische Maßnahmen nicht am natürlichen Sterben gehindert zu werden. Wer aber der Entnahme seiner Organe zustimmt, stimmt damit notwendigerweise zugleich der Anwendung besagter intensivmedizinischer Maßnahmen zu, denn nachdem der Hirntod des ‚Spenders‘ festgestellt ist, bleiben Maschinen im Einsatz, welche die Durchblutung der begehrten Organe so lange aufrechterhalten, bis die Explanteure zu deren Entnahme bereit sind. So ist es also möglich, in ein und derselben ‚Verfügung‘ die künstliche Lebensverlängerung sowohl zu verbieten als auch zu erlauben, was freilich dem Organspender gewöhnlich nicht bewusst ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wer schon einmal einen Menschen gesehen hat, der für hirntot erklärt wurde, weiß, wie lebendig ein solcher Mensch wirken kann. Er wird beatmet, ist warm, sein Herz schlägt, und er kann spinale Reflexe zeigen. Für Eltern kann es deshalb psychisch sehr belastend sein, nach einem Unfall den eigenen Sohn für tot halten zu müssen, obwohl sie ihn nicht anders als lebendig wahrnehmen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Eine weitere psychisch nicht selten sehr belastende Tatsache besteht darin, dass jemand, der auf ein Spenderorgan wartet, nicht nur über längere Zeit ständig abrufbar sein muss, sondern seine Hoffnung auf den Tod eines anderen setzt. Die Erwartung geht letztlich ja dahin, dass ein möglichst junger und gesunder Mensch mit dem passenden Organ stirbt. Einem feinen Gewissen kann diese Art von Erwartung durchaus Schwierigkeiten bereiten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Namhafte Mediziner, Philosophen und Theologen vertreten die Auffassung, dass bei der Entnahme lebenswichtiger Organe ein Mensch getötet wird. Deshalb müsse die Thematik im Kontext des fünften Gebotes Gottes betrachtet werden, welches besagt, dass Gott allein der Herr über Leben und Tod ist, und dass es dem Menschen nicht erlaubt ist, darüber zu verfügen. Wer sich der Auffassung anschließt, dass bei einer Organspende getötet wird, kann für sich weder die Spende noch den Empfang eines lebenswichtigen Organs gutheißen. Als Organempfänger kommt man dann folgerichtig ebenfalls nicht infrage.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wer der Werbung glaubt, dass nach einer Herz- oder Lebertransplantation ein ‚normales‘ Leben wieder möglich sei, ist vermutlich noch nie einem Transplantierten näher begegnet. Damit das fremde Organ nicht abgestoßen wird, ist es notwendig, bis zum Ende des Lebens das Immunsystem zu unterdrücken, wodurch man tagtäglich an den Eingriff erinnert wird.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Kommen wir schließlich auf die geistliche Bedeutung des Sterbens zu sprechen. Der Tod tritt dann ein, wenn die Seele sich vom Leib trennt. Da die Seele aber geistig ist, kann man diesen Augenblick empirisch nicht fassen. Als Priester stehe ich immer wieder am Sterbebett von Menschen. Eine tiefe Ehrfurcht möchte einen ergreifen, wenn der Augenblick kommt, da die Seele heimgeht. Unwillkürlich möchte man fragen: Wo bist du jetzt? Bist du noch da? Oder schaust du schon hinüber in die andere Welt? – Ja, wir glauben an ein ewiges Leben! Wir glauben aber auch, dass im Augenblick des Todes die Seele vor ihrem Richter steht und über ihr Leben Rechenschaft ablegt. Im Sterben entscheidet sich die Ewigkeit.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Geheimnisvoll bleibt die Innenseite des Heimgangs. Wenn möglich, ruft man einen Priester. Die priesterliche Vollmacht zur Spendung der heiligen Sakramente, insbesondere der sakramentalen Lossprechung, der Wegzehrung mit dem Leib des Herrn in der heiligen Kommunion und der Krankensalbung, vermag in diesem Augenblick nicht nur wirksam Trost zu spenden, sondern sie kann eine Seele retten und sie mit ihrem Gott versöhnen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nach christlicher Auffassung ist das Sterben des Menschen heilig, und wir behandeln den Sterbenden in der wahrhaft entscheidenden Stunde seines Lebens mit größter Ehrfurcht. Dabei sind wir lieber etwas zu behutsam als etwas zu plump.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ob in einem Land eine Zustimmungs- oder eine wie auch immer geartete Widerspruchsregelung gilt, ist letztlich nicht entscheidend. Dennoch sind wir bestrebt, uns gegen jede weitere Verschlechterung zu wehren. Christen sollten über dieses Thema informiert sein. Wir sollten bereit sein, uns – gegen den Mainstream – klar und entschieden für das Leben und die Anerkennung der göttlichen Gebote einzusetzen!&lt;/p&gt;</content:encoded><category>Organspende</category><category>Hirntod</category><category>Lebensschutz</category><category>Sterben</category><category>Sakramente</category></item><item><title>Quo vadis?</title><link>https://personalpfarrei.ch/aktuelles/quo-vadis/</link><guid isPermaLink="true">https://personalpfarrei.ch/aktuelles/quo-vadis/</guid><description>Auf der Flucht aus Rom begegnet Petrus dem Herrn und fragt: „Wohin gehst du?“ Dieselbe Frage stellt sich jedem Menschen – über Ziel, Berufung und die Kostbarkeit der Zeit.</description><pubDate>Sun, 25 Oct 2026 00:00:00 GMT</pubDate><content:encoded>&lt;p&gt;&lt;img src=&quot;https://personalpfarrei.ch/_astro/hero.DAjd2il1_1RlPjL.webp&quot; alt=&quot;Christus mit dem Kreuz begegnet dem Apostel Petrus auf der Via Appia – Gemälde von Annibale Carracci&quot; /&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;em&gt;Wohin gehst du?&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class=&quot;lede&quot;&gt;„Quo vadis, Domine? – Wohin gehst Du, Herr?“&lt;/p&gt;
&lt;p class=&quot;dropcap&quot;&gt;Im Juli des Jahres 64 brannte Rom. Die Schuld daran wurde den Christen zugeschoben, und eine mehrjährige Verfolgung brach aus. Einer alten Überlieferung zufolge verließ Petrus damals die Stadt. Vielleicht dachte er an das Wort Jesu: „Wenn sie euch in einer Stadt verfolgen, so flieht in eine andere.“ (Mt 10, 23) Jedenfalls ist es vernünftig, unnötige Gefahren zu meiden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Doch auf dem Weg begegnete Petrus dem Herrn. Er erkannte ihn und fragte: „Quo vadis, Domine? – Wohin gehst Du, Herr?“ Jesus antwortete: „Ich gehe nach Rom, um mich noch einmal kreuzigen zu lassen.“&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Petrus verstand: Diese Begegnung war ein Ruf – der Ruf, sich ganz hinzugeben. Seine Stunde nahte. Die Begegnung mit Jesus veranlasste Petrus, auch sich selbst zu fragen: „Quo vadis, Petre? – Wohin gehst du, Petrus? Was wirst du nun tun?“ – Petrus entschied sich richtig. Obwohl der Pfad steil und steinig war, kehrte Petrus um, und ein glorreiches Martyrium krönte seinen Lebensweg.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dieselbe Frage stellt sich jedem Menschen: „Quo vadis? – Wohin gehst du?“ Vielleicht bist du noch jung und hast viele Optionen. Du kannst noch so viel richtig machen. Deshalb mein Rat: Suche die Begegnung mit Jesus, und in der Begegnung mit dem Herrn stelle dir die Frage: „Quo vadis?“&lt;/p&gt;
&lt;h2 id=&quot;kennst-du-dein-ziel&quot;&gt;Kennst du dein Ziel?&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Kennst du den Weg, der dich zum Ziel führt? Was machst du aus deinem Leben?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese Frage stellt sich bei großen Entscheidungen. Sie stellt sich aber auch bei vielen kleinen Dingen, die dem alltäglichen Leben eine Richtung geben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Natur des Menschen ist von der Art, dass der Mensch ohne Sinn nicht leben kann. Wenn du nicht weißt, wofür du lebst, und deine Bestimmung dir im Dunkeln liegt, verlierst du Orientierung und Halt. Was soll dich dann noch motivieren? Der Sinn weicht dem Unsinn, und am Ende droht der Wahnsinn. Schon die alten Philosophen wussten: „Omne agens agit propter finem. – Alles Handeln ist auf ein Ziel hin ausgerichtet.“&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Also: Wozu lebst du? Was bewegt dich? Was ist dein Ziel?&lt;/p&gt;
&lt;h2 id=&quot;die-kostbare-zeit-der-jugend&quot;&gt;Die kostbare Zeit der Jugend&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Besonders dringlich stellt sich diese Frage in der Jugend. Die Zeit der Jugend ist kostbar – aber sie vergeht. Der heilige Apostel Paulus schreibt: „Seht zu, dass ihr vorsichtig wandelt, nicht wie Toren, sondern wie Weise. &lt;em&gt;Redimite tempus!&lt;/em&gt; – Löst aus die Zeit, denn die Tage sind böse. Seid nicht unverständig, sondern versteht, was der Wille Gottes ist!“ (Eph 5, 15 ff.)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Höre ein Gleichnis: Einst ging jemand in der Dämmerung seinen Weg. Da stieß sein Fuß an einen Beutel voller Steinchen. Er hob ihn auf und ging weiter, an einem Fluss entlang. Nun begann er, ein Steinchen nach dem anderen ins Wasser zu werfen: Plitsch, platsch. Und wieder: Plitsch, platsch. Plitsch, platsch. Als er schließlich nach Hause kam, war nur noch ein einziges Steinchen übrig. Im Licht erkannte er: Das Steinchen war in Wirklichkeit ein Diamant!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Spürst du die Tragik dieses Bildes? Vergleiche die Stunden deines Lebens mit den Diamanten im Gleichnis. Ist dir bewusst, wie kostbar jeder Augenblick ist? Die Zeit ist kein wertloser Plunder. Nicht ‚totschlagen‘ solltest du sie, und du solltest sie auch nicht im Cyberspace verbraten oder an der PlayStation vergamen. Wirf sie nicht weg, sondern nutze die Zeit!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die griechische Mythologie kennt einen flinken Jüngling namens Kairos (καιρός). Auf Zehenspitzen und mit Flügeln eilt er dahin. Über der Stirn trägt er eine Haarlocke, sein Hinterkopf aber ist kahl. Willst du ihn fassen, musst du ihn beim Schopf packen, und das geht nur von vorne. Ist er einmal vorbei, gibt es am kahlen Hinterkopf nichts mehr zu fassen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ganz ähnlich ist es auch mit der Jugend. Es wäre schade, wenn du das zu spät bemerktest.&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;
&lt;p&gt;Dein Leben findet seine Erfüllung nicht darin, dass du für dich selbst lebst. Sinnvoll wird es, wenn du es hingibst. In der Hingabe findet der Mensch Erfüllung.&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Deshalb sage ich noch einmal: Suche die Begegnung mit Jesus, und in dieser Begegnung stelle dir die Frage und stelle dich der Frage: „Quo vadis? – Wohin gehst du? – Hast du den Ort deiner Hingabe schon gefunden?“&lt;/p&gt;
&lt;h2 id=&quot;ein-gedanke-gottes&quot;&gt;Ein Gedanke Gottes&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Doch verstehst du, warum du dein „Quo vadis?“ letztlich nur in der Begegnung mit dem Herrn beantworten kannst?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Gott ist es, der dich erschaffen hat. Du bist, weil er dich will. Er will dich, weil er dich liebt. Und als er dich schuf, hatte er einen Plan. Meinst du wirklich, du könntest im Leben glücklich werden, vorbei an dem, was Gott für dich gedacht hat?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Stell dir einen Künstler vor, der aus einem Steinblock eine Statue schafft. Schon bevor er ans Werk geht, hat er eine Idee. Das Bild dessen, was werden soll, steht bereits vor seinem inneren Auge. Und während er arbeitet, vergleicht er das Werdende immer wieder mit dem, was es werden soll. So kommt das Werk mit jedem Meißelschlag seiner Vollendung näher.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auch dich hat Gott zuerst erdacht und dann gemacht. Seit Ewigkeit bist du ein Gedanke Gottes. Im göttlichen Schöpfergeist ist eine Uridee von jedem Menschen. Deshalb spricht Gott zum Propheten: „Bevor ich dich im Mutterleib gebildet, habe ich dich erwählt.“ (Jer 1, 5; vgl. Is 44, 24)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Gott vermag, was kein Künstler fertigbringt: Gemäß der Unbegrenztheit seiner schöpferischen Fülle kann er unzählige Male etwas Einmaliges schaffen, ohne sich je zu wiederholen. Wie jeder Mensch ein eigenes Gesicht hat und keines dem anderen völlig gleicht, so sind die Menschenseelen im Kern ihrer Persönlichkeit noch viel einmaliger.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zum Propheten Isaias spricht der Herr: „Hört auf mich, ihr Inseln, merkt auf, ihr Völker der Ferne! Der Herr berief mich vom Mutterleib her, nannte meinen Namen vom Mutterschoß an.“ (Is 49, 1)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dieser Name aber, mit dem Gott ruft, ist nicht der Name, den uns unsere Eltern gaben. Vielmehr ist es das Schöpferwort, das jeden Menschen ins Dasein ruft und ihm sein Wesen gibt. Genau dieser Name bleibt zeitlebens Gottes beständiger Anruf an dich.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id=&quot;der-weiße-stein&quot;&gt;Der weiße Stein&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Kennst du das geheimnisvolle Wort vom weißen Stein? Höre, was der Apostel Johannes in seiner Offenbarung schreibt: „Wer ein Ohr hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt: Wer siegt, dem werde ich … einen weißen Stein geben, und auf den Stein geschrieben einen neuen Namen, den niemand kennt, als der ihn empfängt.“ (Offb 2, 17) Dieser neue Name ist in Wahrheit dein eigentlicher Name. Erst wenn du ihn siehst, wirst du wissen, wer du wirklich bist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die eigentliche und höchste Aufgabe, die sich uns Menschen im Leben stellt, ist diese: &lt;strong&gt;Strebe mit aller Kraft danach, so zu werden, wie Gott dich gedacht hat.&lt;/strong&gt; Nach einem Wort des hl. Ignatius von Loyola bitte darum, nicht taub zu sein für Gottes Ruf, sondern rasch und voll Bereitschaft, zu erfüllen seinen heiligen Willen. Wir sollen, so Ignatius, „forschend erspüren und bittend erfragen, wie seine Göttliche Majestät sich unser zu bedienen wünscht“.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im Brief an die Korinther schreibt der heilige Apostel Paulus: „Jetzt sehen wir wie in einen Spiegel, im Rätsel, dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt ist mein Erkennen Stückwerk, dann aber werde ich erkennen, so wie auch ich erkannt bin.“ (1 Kor 13, 12)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ahnst du, was das heißt? Du wirst erkennen, wie du erkannt bist! Ein großer Augenblick wird es sein, wenn jener weiße Stein dir dein wahres Selbst offenbart.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Darum sage ich noch einmal: Suche die Begegnung mit Jesus und frage dich – wie Petrus – aus dieser Begegnung heraus: „Quo vadis? – Wohin gehst du?“&lt;/p&gt;
&lt;h2 id=&quot;du-bist-nicht-allein&quot;&gt;Du bist nicht allein&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Niemand wünscht so sehr dein Glück und die Erfüllung, nach der du dich sehnst, wie der, der dich in Liebe geschaffen hat. Deshalb hat er dir einen Engel zur Seite gestellt, der dich ein Leben lang begleitet. Es ist wie im Alten Testament im Buch Tobias. Als der junge Tobias sich auf eine schwierige Reise machte, sagte sein Vater zu ihm: „Suche dir einen zuverlässigen Begleiter!“ (Tob 5, 3) Gott sandte ihm den Raphael – zunächst unerkannt, als Kamerad an seiner Seite.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Raphael bewahrte Tobias vor Gefahren. Als ein Fisch ihn zu verschlingen drohte (Tob 6), zeigte Raphael ihm, wie dieser zu packen sei. Bei der Flosse nahm er ihn und zog ihn ans Ufer. Nicht nur kam Tobias gut ans Ziel und sein Werk gelang. Er fand viel mehr, als er gesucht hatte: nämlich eine gute Frau, die ihn liebte. Auch wurde durch Raphael ein Dämon besiegt und die Blindheit des alten Vaters geheilt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sei gewiss: Du bist auf deinem Weg nicht allein. Gott sendet uns die heiligen Engel als Begleiter. Durch sein Wort erleuchtet er uns und stellt uns hilfreiche Menschen zur Seite.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn du also vor einer Entscheidung stehst und noch unsicher bist oder nicht weißt, was dein nächster Schritt sein soll, halte dich an deinen Engel, suche die Nähe zu Jesus und frage dich: „Quo vadis? – Wohin führt mich dieser Weg?“&lt;/p&gt;
&lt;p class=&quot;closing&quot;&gt;&lt;em&gt;Und dann mach es wie Petrus: Wähle, was dich deinem ewigen Ziel näherbringt!&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;</content:encoded><category>Berufung</category><category>Jugend</category><category>Lebensentscheidung</category><category>Geistliche Impulse</category></item><item><title>Nur ein bisschen Ungehorsam?</title><link>https://personalpfarrei.ch/aktuelles/nur-ein-bisschen-ungehorsam/</link><guid isPermaLink="true">https://personalpfarrei.ch/aktuelles/nur-ein-bisschen-ungehorsam/</guid><description>Eine Bischofsweihe ohne päpstliches Mandat sei nur ein bisschen Ungehorsam? P. Martin Ramm zeigt, warum die für den 1. Juli angekündigten Weihen der Piusbruderschaft ein schismatischer Akt sind — und ruft am Pfingstfest zum Gebet um Einheit auf.</description><pubDate>Sun, 24 May 2026 00:00:00 GMT</pubDate><content:encoded>&lt;p&gt;&lt;img src=&quot;https://personalpfarrei.ch/_astro/hero.Dee1W_HD_Z13gOCz.webp&quot; alt=&quot;Petersdom in Rom — Sinnbild der sichtbaren Einheit der Kirche unter dem Nachfolger Petri&quot; /&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;em&gt;Zu den angekündigten Bischofsweihen der Piusbruderschaft&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class=&quot;lede&quot;&gt;Seit der Ankündigung der Bischofsweihen der Priesterbruderschaft St. Pius X. — „mit oder ohne Papst&quot; — ringt mancher darum, dies alles richtig einzuordnen.&lt;/p&gt;
&lt;p class=&quot;dropcap&quot;&gt;Dabei sind wir fest überzeugt, dass wir nur dann segensreich und wirksam für die Ehre Gottes und das Heil der Seelen wirken können, wenn wir in einer gesunden kirchlichen Haltung fest verankert sind. Deshalb möchte ich noch einmal versuchen, einige wesentliche Punkte zu erläutern.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Tenor der Rechtfertigungen zielt auf die aktuelle Kirchenkrise und das Heil der Seelen. Dabei wird behauptet, eine Bischofsweihe ohne päpstliches Mandat sei nichts weiter als ein bisschen Ungehorsam.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im Jahr 1988 hätte Erzbischof Lefebvre am 5. Mai die Gelegenheit gehabt, die schismatische Situation seiner Gemeinschaft zu beenden. Die entsprechende Unterschrift war bereits geleistet; doch am Tag darauf zog er sie zurück. Als Reaktion ließ Papst Johannes Paul II. ihm durch Kardinal Joseph Ratzinger mitteilen, der Papst sei bereit, gemeinsam mit Erzbischof Lefebvre am 15. August 1988 ein Mitglied der Bruderschaft zum Bischof zu weihen. – Das wäre ein guter Anfang gewesen. Die FSSPX wäre wieder voll in der kirchlichen Einheit verankert worden, und einer Priesterbruderschaft St. Petrus hätte es gar nicht bedurft. Heute wären wir – davon bin ich überzeugt – sehr viel weiter, als wir es tatsächlich sind. Die traditionelle Römische Liturgie in untrennbarer Einheit mit der unverkürzten katholischen Glaubenslehre und einer authentischen Glaubenspraxis ist und bleibt nämlich unbedingt zentral für die Überwindung der gegenwärtigen Krise.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Mit den Bischofsweihen vom 30. Juni 1988 hat Erzbischof Lefebvre seine Gemeinschaft in eine Sackgasse geführt. Nun ist die Piusbruderschaft, bedingt durch das hohe Alter der beiden noch verbleibenden Bischöfe, am Ende dieser Sackgasse angelangt. Es bleiben zwei Möglichkeiten: entweder umkehren, sich mit der kirchlichen Hierarchie versöhnen und das Werk Lefebvres in der vollen Einheit der Kirche fortsetzen, oder die Sackgasse verlängern. Tragischerweise scheint sich abzuzeichnen, dass es am 1. Juli zu einer Sackgassenverlängerung kommen wird.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ein namhafter FSSPX-Priester wendet sich leidenschaftlich gegen einen in seinen Augen &lt;em&gt;„starren, despotischen Gehorsam in der Kirche”&lt;/em&gt;. In seinem Plädoyer für den Ungehorsam erklärt er, der Gehorsam sei zwar &lt;em&gt;„eine hohe Tugend, aber nicht die höchste”&lt;/em&gt;, und er fürchtet gar, an Gehorsam zu sterben. Freilich: Wenn die FSSPX nicht die Demut aufbringt, sich wieder in die Kirche einzuordnen, bleibt ihr nichts anderes übrig, als ihre Hoffnung auf ihre eigene lefebvrianische Sukzession zu setzen – und das Schiff fährt mit vollen Segeln auf ein Riff.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Viele Gläubige, die in den Prioraten der FSSPX eine geistliche Heimat gefunden haben, sind innerlich weit von einer schismatischen Gesinnung entfernt, und der Kurs von Pater Pagliarani bereitet ihnen Unbehagen. Um wieder zur Klarheit einer gesunden kirchlichen Haltung zu gelangen, mögen sie bedenken, dass es sich bei illegalen Bischofsweihen keineswegs nur um ein bisschen Ungehorsam handelt. Es geht vielmehr um etwas, das der göttlichen Ordnung der Kirche zuwiderläuft.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id=&quot;die-erwählung-eines-bischofskandidaten&quot;&gt;Die Erwählung eines Bischofskandidaten&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Im traditionellen &lt;em&gt;Pontificale Romanum&lt;/em&gt; steht der Ritus der Bischofsweihe unter dem Titel &lt;em&gt;De consecratione electi in Episcopum&lt;/em&gt; – Von der Konsekration eines zum Bischofsamt Erwählten. Schon diese Formulierung zeigt deutlich, dass der Akt der Erwählung der Weihe vorausgeht. Nur wer rechtmäßig erwählt ist, kann auch rechtmäßig geweiht werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Erwählung eines Bischofskandidaten ist ein eminent jurisdiktioneller Akt. In der lateinischen Kirche gibt es nur einen einzigen, der dazu bevollmächtigt ist: den Papst. Daraus wird deutlich, welch erhebliche Anmaßung kirchlicher Leitungsgewalt bereits in der ‚Erwählung’ der Kandidaten durch die Oberen der FSSPX liegt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Abbé Victor-Alain Berto (1900–1968), der während des Zweiten Vatikanischen Konzils Erzbischof Marcel Lefebvre als theologischer Experte zur Seite stand, schreibt zutreffend:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote class=&quot;quote-saint&quot;&gt;Nach göttlichem Recht bilden die Bischöfe, auch wenn sie verstreut sind, einen in der Kirche konstituierten Leib.&lt;cite&gt;Abbé V.-A. Berto, Pour la Sainte Église Romaine, 1976, S. 242&lt;/cite&gt;&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Die Eingliederung in diesen Leib ist aber nicht ein Akt der Weihegewalt, sondern ein Akt kirchlicher Leitungsgewalt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die FSSPX verfügt über keinerlei solche Gewalt. Wenn sie diese jedoch anmaßend simuliert, indem sie gegen den ausdrücklichen Willen des Papstes ‚ihre’ Bischöfe weiht, ist das ohne Zweifel ein schismatischer Akt. Nach Canon 1387 des kirchlichen Gesetzbuches ziehen sich auf diese Weise sowohl die Konsekratoren als auch die Geweihten die Tatstrafe der Exkommunikation zu.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id=&quot;der-päpstliche-primat&quot;&gt;Der päpstliche Primat&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Dagegen wird argumentiert, der hl. Kardinal Robert Bellarmin habe gesagt, Widerstand sei erlaubt, wenn der Papst danach trachte, die Kirche zu zerstören. – Offenbar hält die FSSPX dies für gegeben. Dabei stellt sich aber die Frage, ob ein absoluter Notstand sich mit der Indefektibilität der Kirche überhaupt vereinbaren lässt und ob in einem solchen Fall nicht doch der Teufel gesiegt hätte. Wie aber stünde es dann um die Zusage Christi an seine Braut, die Kirche, dass nämlich die Pforten der Hölle sie nicht überwinden und ER sie niemals verlassen werde?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auch bemüht man das Wort des hl. Apostels Paulus: &lt;em&gt;„Als aber Kephas nach Antiochia kam, widerstand ich ihm ins Angesicht, weil er sich ins Unrecht gesetzt hatte.”&lt;/em&gt; (Gal 2, 11) – Dabei ist jedoch keineswegs erkennbar, dass Paulus sich dem Primas der Apostel gegenüber ungebührlich verhalten oder sich etwas der Autorität des Petrus Vorbehaltenes angemaßt hätte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Bei den angekündigten Bischofsweihen geht es nicht darum, eine vom Papst geforderte schlechte Handlung zu unterlassen und auf diese Weise Widerstand zu leisten. Vielmehr maßt man sich etwas an, was unter die ureigensten Rechte des Papstes fällt, und etabliert mit illegalen Bischofsweihen eine schismatische Struktur außerhalb der Gemeinschaft der Kirche.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Bestätigt wird die päpstliche Autorität in der für jeden Katholiken verbindlichen Lehre des Ersten (!) Vatikanischen Konzils:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote class=&quot;quote-conciliar&quot;&gt;Wir lehren …: Die römische Kirche besitzt nach Anordnung des Herrn den Vorrang der ordentlichen Gewalt über alle anderen Kirchen. Diese Gewalt der Rechtsbefugnis des römischen Bischofs … ist unmittelbar. Ihr gegenüber sind Hirten und Gläubige jeglichen Ritus und Rangs … zur Pflicht hierarchischer Unterordnung und wahren Gehorsams gehalten, nicht allein in Sachen des Glaubens und der Sitten, sondern auch der Ordnung und Regierung der über den ganzen Erdkreis verbreiteten Kirche. Durch Bewahrung dieser Einheit mit dem römischen Bischof in der Gemeinschaft und im Bekenntnis desselben Glaubens ist so die Kirche Christi eine Herde unter einem obersten Hirten. Das ist die Lehre der katholischen Wahrheit, von der niemand abweichen kann, ohne Schaden zu leiden an seinem Glauben und an seinem Heil.&lt;cite&gt;Erstes Vatikanum, Pastor aeternus, Cap. 3, DS 3060&lt;/cite&gt;&lt;/blockquote&gt;
&lt;h2 id=&quot;der-weiheritus&quot;&gt;Der Weiheritus&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Falls es tatsächlich am 1. Juli zu den angekündigten Weihen kommt, wird Pater Pagliarani – anmaßend im Namen der Kirche – zum weihenden Bischof sprechen: &lt;em&gt;„Hochwürdigster Vater, die heilige Mutter, die katholische Kirche, bittet, dass du die hier anwesenden Priester zur Bürde des Bischofsamtes weihest.”&lt;/em&gt; Worauf der Konsekrator fragt: &lt;em&gt;„Habetis mandatum Apostolicum? – Habt ihr dazu den Apostolischen Auftrag?”&lt;/em&gt; Die Antwort darauf wird wohl eine Lüge sein, wenn er sagt: &lt;em&gt;„Habemus. – Ja, wir haben ihn.”&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Ritus sieht vor, dass dann der Konsekrator gebietet: &lt;em&gt;„Legatur. – Er möge verlesen werden.”&lt;/em&gt; Was nun? Wird man diesen Passus wohl streichen?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Gleich darauf legen die Weihekandidaten einen Eid ab, der mit den Worten beginnt: &lt;em&gt;„Ego Electus Ecclesiae – Ich, der Erwählte der Kirche, werde von dieser Stunde an dem heiligen Apostel Petrus, der heiligen Römischen Kirche und unserem Papst Leo XIV. sowie seinen rechtmäßigen Nachfolgern treu und gehorsam sein.”&lt;/em&gt; – Ein Eid ist ein heiliger Schwur vor Gott. Wie tragisch wäre es, wenn sie dabei gar nicht die &lt;em&gt;„Erwählten der Kirche”&lt;/em&gt; wären und den Eid schon im ersten Satz durch eine Lüge zum Meineid machten!&lt;/p&gt;
&lt;h2 id=&quot;das-bischofsamt&quot;&gt;Das Bischofsamt&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Die bischöfliche Würde schließt eine Beziehung zum Mystischen Leib Christi ein (&lt;em&gt;potestas jurisdictionis&lt;/em&gt;). Die Bischofsweihe bewirkt nämlich im Geweihten eine von göttlichem Recht her bestehende unauslöschliche Befähigung, in der Kirche Leitungsgewalt auszuüben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Um diese episkopale Gewalt tatsächlich auszuüben, bedarf es jedoch einer besonderen Bevollmächtigung, die die volle hierarchische Gemeinschaft mit dem Haupt und den Gliedern der Kirche voraussetzt. Alle im Weiheakt empfangenen Funktionen – einschließlich Firmung und Priesterweihe – können rechtmäßig nur in dieser Gemeinschaft ausgeübt werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Damit verbunden ist die Notwendigkeit, dass jeder (!) Bischof in der Kirche ‚verortet’ wird. Im Fall eines ‚Weihbischofs’ wird dieser zwar geweiht, ohne dass ihm eine aktuelle Jurisdiktion verliehen wird. Dennoch ist auch er in der Kirche ‚verortet’, indem ihm ein Titularbistum zugewiesen wird. Sein in der Weihe verankertes ‚Hauptsein’ kann er jedoch nur in der hierarchischen Gemeinschaft mit dem Papst und den anderen Bischöfen ausüben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sooft ein Weihbischof (oder emeritierter Bischof) irgendwo eine Firmung oder Priesterweihe spendet, muss er dazu die Sendung dessen empfangen, der in der jeweiligen Diözese die Jurisdiktion besitzt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Für den 1. Juli 2026 ist vorgesehen, dass FSSPX-Bischöfe nicht nur ohne Jurisdiktion geweiht werden, sondern dass sie ihr Amt auch außerhalb der katholischen hierarchischen Gemeinschaft ausüben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zu einer solchen Amtsanmaßung sagt Papst Pius XII. in der Enzyklika &lt;em&gt;Ad Apostolorum Principis&lt;/em&gt; (29. Juni 1958, Nr. 41):&lt;/p&gt;
&lt;blockquote class=&quot;quote-papal&quot;&gt;Akte, die die Weihegewalt des Weihesakramentes erfordern und von Klerikern dieser Art vollzogen werden, sind zwar gültig …, sie sind jedoch schwer unerlaubt, das heißt verbrecherisch und sakrilegisch.&lt;cite&gt;Pius XII., Ad Apostolorum Principis (1958), Nr. 41&lt;/cite&gt;&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Und weiter zitiert er die Worte Jesu:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote class=&quot;quote-scripture&quot;&gt;Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer nicht durch die Tür in den Schafstall eintritt, sondern anderswo einsteigt, ist ein Dieb und Räuber.&lt;cite&gt;Johannes 10, 1&lt;/cite&gt;&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Auch für die Piusbruderschaft gilt: Es ist objektiv gegen göttliches Recht und ein schwerer Angriff gegen die Einheit der Kirche, das Bischofsamt außerhalb der hierarchischen Gemeinschaft zu verleihen oder zu empfangen.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id=&quot;aber-die-krise-&quot;&gt;Aber die Krise …&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Die Rechtfertigungsrhetorik der FSSPX trägt unverkennbar die Züge des sog. ‚Whataboutismus’. Auf den grundlegenden Einwand, dass Bischofsweihen ohne – oder gar gegen – päpstliches Mandat in sich schlecht sind und daher auf keinen Fall in Frage kommen, kontert man mit: &lt;em&gt;„What about the crisis?”&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Leidenschaftlich wird dann aufgezählt, was in der ‚Amtskirche’ alles im Argen liegt, und es folgt ein regelrechtes Sündenregister der Päpste von Leo XIV. bis Johannes Paul II.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Für die FSSPX ist freilich die Krise ein tragendes Moment ihrer Selbstrechtfertigung. In gewisser Weise ist sie auf die Krise sogar angewiesen. Am vorläufigen Ende der Sackgasse der lefebvrianischen Sukzession steht die drängende Frage nach der eigenen Zukunft; und so erscheinen neue Bischofsweihen als vermeintlich notwendige Maßnahme zur „Rettung der Kirche”. Die Kirche ist aber doch ein wenig größer als die Bruderschaft, und es gibt eine göttliche Zusage, die ganz besonders für Zeiten des Sturmes gilt. Sie lebt aus der Verheißung Christi, der seine Kirche niemals verlassen wird.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aber gibt es denn die Krise nicht? – Gewiss, es gibt sie. Die Krise ist real, und sie ist schlimm. Niemand, der die Kirche liebt, wird die Tragödien der nachkonziliaren Entwicklung oder die gegenwärtigen synodalen Verwerfungen leugnen. Das Heilmittel kann aber nie und nimmer ein Schisma sein. Vielmehr ist das Schisma selbst Teil der Krankheit!&lt;/p&gt;
&lt;h2 id=&quot;schluss&quot;&gt;Schluss&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;In einer am 13. Mai 2026 veröffentlichten Erklärung schreibt der Präfekt des Glaubensdikasteriums, Kardinal Víctor Manuel Fernández:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote class=&quot;quote-papal&quot;&gt;Ich bekräftige, was bereits mitgeteilt wurde. Die von der Priesterbruderschaft St. Pius X. angekündigten Bischofsweihen verfügen nicht über den entsprechenden päpstlichen Auftrag. Diese Geste wird ‚einen schismatischen Akt&apos; darstellen (Ecclesia Dei, Nr. 3). ‚Die formale Zustimmung zu einem Schisma ist eine schwere Beleidigung Gottes und bringt die Exkommunikation mit sich, wie im Kirchenrecht festgesetzt ist&apos; (ebenda, 5c).&lt;cite&gt;Kardinal Víctor Manuel Fernández, 13. Mai 2026&lt;/cite&gt;&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Und der Kardinal fügt hinzu: &lt;em&gt;„Der Heilige Vater bittet in seinen Gebeten weiterhin den Heiligen Geist, die Verantwortlichen der Priesterbruderschaft Sankt Pius X. zu erleuchten, damit sie ihre schwerwiegende Entscheidung rückgängig machen.”&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Schließen wir uns dem Gebet des Heiligen Vaters an!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Gerade weil in der Priesterbruderschaft St. Pius X. viel gutes und aufrichtiges Potential vorhanden ist, das zur Erneuerung der Kirche dringend gebraucht würde, wiegt die gegenwärtige Entwicklung umso schwerer. Dieses Potential gehört in das Herz der Kirche!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Beten wir daher inständig für alle Verantwortlichen. Möge der Heilige Geist, der am Pfingsttag in Gestalt von Feuer auf die junge Kirche herabkam, auch heute die Herzen erfüllen und sie zur Wahrheit zurückführen!&lt;/p&gt;
&lt;p class=&quot;closing&quot;&gt;&lt;em&gt;Thalwil, am Pfingstfest 2026.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;</content:encoded><category>Piusbruderschaft</category><category>Einheit der Kirche</category><category>Bischofsweihen</category><category>Schisma</category><category>Gehorsam</category></item><item><title>Traut euch!</title><link>https://personalpfarrei.ch/aktuelles/traut-euch/</link><guid isPermaLink="true">https://personalpfarrei.ch/aktuelles/traut-euch/</guid><description>Heiratet man, um glücklich zu werden – oder heiratet man, um glücklich zu machen? Über die richtige Partnerwahl, persönliche Reife und das Sakrament der Ehe.</description><pubDate>Thu, 23 Apr 2026 00:00:00 GMT</pubDate><content:encoded>&lt;p&gt;&lt;img src=&quot;https://personalpfarrei.ch/_astro/hero.BxeU-FH7_Z2sgWL1.webp&quot; alt=&quot;Brautpaar reicht sich die Hände beim Eheversprechen&quot; /&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;em&gt;Das Kreuz mit der Partnerwahl&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class=&quot;lede&quot;&gt;Heiratet man, um glücklich zu werden – oder heiratet man, um glücklich zu machen?&lt;/p&gt;
&lt;p class=&quot;dropcap&quot;&gt;Manch einer hat erfolgreich die Schule abgeschlossen, dann eine Lehre, eine Ausbildung oder ein Studium gemacht und steht nun materiell in guten Verhältnissen. Dennoch fühlt er eine gewisse Leere. Im Inneren fragt er sich: Ist das wirklich schon das Leben, für das es sich zu leben lohnt? Vielleicht hört er in seinem Herzen eine leise Stimme, die ihm zuruft: &lt;em&gt;„Trau dich!&quot;&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ein Weizenkorn verwirklicht sich, indem es stirbt (Joh 12, 24). Eine Kerze verwirklicht sich, indem sie leuchtend sich verzehrt – nicht, indem sie im Regal verstaubt. Welche Art von Kerze möchtest du sein? Willst du dein Leben für dich allein genießen? Armer Icherich! Du wirst verstauben. Nur wer bereit ist, sein Leben einzusetzen, findet das Glück und gewinnt das wahre Leben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Mensch verwirklicht sich durch Hingabe (Mt 16, 25). Das ist eine wichtige Erkenntnis. Ist dieses grundsätzliche Ja zur Hingabe gesprochen, bleibt nur die Frage nach dem Wo und Wie.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der natürliche Ort, an dem der Mensch zur Reife kommt, ist die Familie. Eine Familie zu gründen ist deshalb nicht einfach nur eine Option – es ist ein Auftrag. In der Familie findet man, wofür es sich lohnt zu leben und wofür es sich lohnt, sich ganz zu verschenken.&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;
&lt;p&gt;Heiratet man, um glücklich zu werden – oder heiratet man, um glücklich zu machen? Je mehr der aufrichtige Wunsch im Vordergrund steht, den anderen glücklich zu machen, desto eher wird man selbst glücklich sein.&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Stellen wir uns vor, ein junger Mann und eine junge Frau sind vom aufrichtigen Wunsch erfüllt, einander wirklich glücklich zu machen. Diese Gesinnung reift in der Verlobungszeit, wird vor dem Traualtar besiegelt und trägt durch ein ganzes Eheleben hindurch. Ist eine solche Ehe nicht ein Vorgeschmack auf das Paradies?&lt;/p&gt;
&lt;h2 id=&quot;worauf-kommt-es-an&quot;&gt;Worauf kommt es an?&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Angesichts so vieler gescheiterter Ehen ringsum ist es wichtig, den Blick für das Wesentliche zu schärfen – und daran zu glauben, dass Ehe und Familie auch heute gelingen können. Es gibt einiges, das man unbedingt richtig machen sollte. Freilich ist das anspruchsvoll, aber zugleich eigentlich ganz einfach. Wenn die Beziehung gut geht, geht so vieles im Leben gut.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was muss man also tun, um einen guten Ehegatten zu bekommen? Die Antwort ist überraschend einfach: &lt;strong&gt;Setze bei dir selbst an. Mach dich wertvoll. Werde so, dass du einen guten Ehegatten verdienst.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ob ein junger Mensch sich heiligt, um Tugend bemüht, seine Fehler überwindet, sich selbst beherrscht und keusch und wahrhaft lebt – all das ist nicht einfach nur Privatsache. Schon in der Kindheit und Jugend hat das Ringen um sittlichen Adel und charakterliche Echtheit eine konkrete Bedeutung für den künftigen Ehegatten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nehmen wir an, ein Junge wird sich bewusst, dass er später eine wichtige Lebensentscheidung treffen muss: entweder eine Familie zu gründen oder sich ganz Gott zu weihen. Er beginnt täglich zu beten: &lt;em&gt;„Lieber Jesus, führ mich hin, wo ich Dir am liebsten bin.”&lt;/em&gt; Vielleicht ahnt er schon jetzt, dass er Priester werden könnte. Sicher ist er sich aber noch nicht. Darum betet er: &lt;em&gt;„Lieber Gott, falls ich doch heiraten soll, segne das Mädchen, das meine Frau wird.”&lt;/em&gt; – Wie wird ein solcher Junge über Mädchen und Frauen denken?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Stellen wir uns vor, zwei heiraten, die sagen können: &lt;em&gt;„Für dich habe ich gebetet, seit ich sechs Jahre alt bin!”&lt;/em&gt; Ist das nicht ein schöner Gedanke?&lt;/p&gt;
&lt;h2 id=&quot;hat-er-oder-sie-kultur&quot;&gt;Hat er oder sie Kultur?&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Ein junger Mann, der sich bewusst Fertigkeiten angeeignet hat, die ein guter Vater braucht, der sich für Handwerk oder Gartenarbeit interessiert und kulturell gebildet ist – all das sind Aspekte, die ihn wertvoll machen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ein junges Mädchen stellt sich vor, wie sie einmal als Mutter mit ihren Kindern musizieren möchte, und lernt deshalb ein Instrument. Sie schaut der Mutter über die Schulter, um von ihr die Grundlagen der Hauswirtschaft zu lernen, oder besucht einen Kochkurs. Wird solch eine Frau nicht etwas ausstrahlen, was noch viel bezaubernder ist als der bloße Liebreiz ihres Äußeren?&lt;/p&gt;
&lt;h2 id=&quot;echte-frömmigkeit&quot;&gt;Echte Frömmigkeit&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Schließlich noch ein ernster Gedanke: Manche meinen, Frömmigkeit sei das wichtigste Kriterium. Ganz so einfach ist es aber nicht. Allein die Tatsache, dass jemand als fromm erscheint, garantiert noch keine glückliche Partnerschaft. Das Fundament für die Partnerwahl soll vor allem die menschliche Reife sein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Echte Frömmigkeit durchdringt alle Bereiche der Person und wirkt sich auch im täglichen Leben positiv aus. Frömmigkeit, die nicht zugleich charakterfest, wahrhaft, ritterlich, treu, diskret, selbstbeherrscht, keusch und zu Opfer und Hingabe bereit ist, ist keine echte Frömmigkeit.&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;
&lt;p&gt;Was du glaubst und was du liebst, das sollst du auch leben.&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Wer dennoch zögert, möge bedenken: Die Ehe ist nicht nur ein Bund zu zweit. Wenn Braut und Bräutigam vor dem Altar einander die rechte Hand reichen, legt ein Dritter seine Hand darüber. Gott selbst tritt in diesen Bund ein. Im Ehesakrament schenkt er den Eheleuten das Anrecht auf alle helfenden Gnaden, die sie brauchen, um einander treu zu sein, die Prüfungen des Lebens zu bestehen und miteinander heilig zu werden.&lt;/p&gt;
&lt;p class=&quot;closing&quot;&gt;&lt;em&gt;Also: „Traut euch!&quot;&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;</content:encoded><category>Ehe</category><category>Sakrament</category><category>Partnerwahl</category><category>Familie</category><category>Geistliche Impulse</category></item></channel></rss>